Unsere Planung für die letzten Tage in Schweden ist sehr simpel: Den im Wetterbericht angekündigten (mehr oder weniger) Dauerregen hinnehmen und das beste draus machen. Das hatten wir erwartet. Es sah dann heute morgen so aus:

Und nur, weil ich zu faul war, Stühle und Tisch draußen aufzubauen, haben wir im MoMo gefrühstückt. Ansonsten ein traumhafter Morgen! Wer hat denn diesen bekloppten Wetterbericht verfasst?

Naja, vielleicht derjenige, der ein bisschen landeinwärts lebt. Denn auf unserer Weiterfahrt in den Stenshuvud-Nationalpark bei Kivik baut sich eine richtig schwarze Wolkenwand auf und es plästert wie aus Kübeln. Während Annette noch mit unserem Schicksal hadert und am liebsten wieder nach Nogersund zurückfahren würde, bin ich ganz zuversichtlich: Am Meer wird es wieder schön. Und tatsächlich: Über uns zeigen sich blaue Stellen am Wolkenhimmel und als wir aussteigen, ist von Regen nichts mehr zu sehen.

Ausgestiegen sind wir übrigens am Cafe Annorlunda kurz vor dem Park. Wer mit einem Kak-Buffè wirbt, muss belohnt werden! Und Annette ist von dem Gebäck-Buffet begeistert – mir ist da das Räkmacka (zu deutsch: Krabbenbrötchen) lieber.

So gestärkt begeben wir uns in den Nationalpark, der bis jetzt der “überlaufenste” von allen ist. Was aber lediglich bedeutet, dass man immer wieder jemandem begegnet. Und dass sich an den Aussichtsstellen auch garantiert mehrere Leute aufhalten. Von Rüdesheimer Verhältnissen aber immer noch meilenweit entfernt.

Was uns in diesem Park, neben den schönen Aussichten am besten gefällt sind die verknoteten Wurzeln, die sich um die Baumstämme ranken und die kleinen, irgendwie niedlichen mit Moos bewachsenen Steine. Und als wir zum Schluss noch durch ein Stückchen Heide mit Meerblick gehen sind wir uns einig: Das ist ein richtig toller Nationalpark!

Da bei der Durchfahrt das Örtchen Kivik einen sympathischen Eindruck gemacht hat, fahren wir noch einmal zurück. Und was ein Glück: Denn zum einen ist der Ort wirklich wieder mal richtig pittoresk, zum anderen gibt es eine Räucherei mit einer Auswahl, die man erst mal gesehen haben muss! Wir stellen uns ein leckeres Abendessen für später zusammen und müssen nur aufpassen, dass wir nicht auf die Theke sabbern.

Eigentlich war unser Plan, eine sehr empfohlene Pizzeria in der Nähe zu besuchen, da sich die Beschreibung schon sehr ungewöhnlich und gut anhörte. Ich gebe also die Adresse ins Navi ein und als wir ankommen, glauben wir, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Die Straße ist JWD und der Weg in den wir abbiegen sollen, gleicht eher einem Feldweg. Sicherheitshalber fahre ich nicht hinein und versuche die nächste Abzweigung. An dieser steht auch tatsächlich ein Hinweisschild. Auch dies ist aber ein unbefestiger Weg, der aber zumindest etwas vertrauenerweckender aussieht. Wir parken das MoMo mehr schlecht als recht in einer Feldwegkurve und wollen den restlichen Weg lieber zu Fuß erkunden. Und tatsächlich finden wir das Restaurant, das eher einer wildromantischen Gartenlaube gleicht. Vor dem Eingang steht ein Stuhl mit einem handgeschriebenen Zettel “Tis ons stängt”. Die Übersetzung sagt mir “Dienstags geschlossen”. Ach so. Schade, denn es sah wirklich urig aus. Wer das statt uns mal checken möchte: Tangdala Lonnkrog.

In der Gewissheit, leckere Alternativen im Kühlschrank zu haben, sind wir nicht ganz so traurig und fahren weiter zu unserem Tagesziel: Ales Stenar.

Die Fahrt dorthin genießen wir zur goldenen Stunde bei strahlendem Sonnenschein (habe ich schon erwähnt, dass es den ganzen Tag dann nur noch höchstens ein paar Tröpfchen geregnet hat?). Wir sind beide begeistert von dieser Landschaft, die man so gar nicht mit seinem Schweden-Klischee verbindet.

In dem Städtchen Kåseberga gibt es einen riesigen Rasenplatz, der schon gut mit Wohnmobilen gefüllt ist. Nachdem wir einen Platz gewählt haben, kassiert ein geschäftstüchtiger älterer Schwede die 100 Kronen für den Stellplatz – dafür gebe es auch Toalett und Dusch im gelben Haus. Das gelbe Haus ist wohl so was wie ein Vereinsheim, denn für die Dusche steht einem dann alleine eine komplette Mannschaftsumkleide mit einer Dusche zur Verfügung….

Nach unserem Festessen mit geräuchertem Lax und Makrill geht es noch einmal los. Der an Stonehenge erinnernde Steinkreis von Ales Stenar liegt in Abendspaziergangentfernung. Ein toller Anblick und natürlich ein dankbares Fotomotiv. Freundlicherweise hat sich auch ein fast voller Mond am Himmel platziert. Mehr kann man nicht verlangen!

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